Euphemismus

Ein Euphemismus ist eine beschönigende bzw. verschleiernde Umschreibung oder ein Wort in dieser Funktion, welches eingesetzt wird, um jemandem sprachlich nicht zu nahe zu treten, um einen tabuisierten Sachverhalt oder die Nennung anstößiger Dinge zu umgehen und soziale Konventionen zu wahren: "sie ist sanft entschlafen" klingt im entsprechenden Zusammenhang pietätvoller als "sie ist gestorben" oder gar "sie ist tot".

Bsp.: "Waschräume" (für Toiletten), "sein Geschäft verrichten", "nicht besonders gelungen", "verbesserungsfähig", "kräftig gebaut", "Allerwertester", "er ist etwas rustikal" (für: "er ist ein Bauerntrampel"). 

Moderne Euphemismen sind beispielsweise die "Best Ager" oder "Golden Ager" für Personen über 50 oder das berühmt-berüchtigte "suboptimal".

Seine verschleiernde oder tarnende Funktion zeigt der Euphemismus in der Sprache der Politik und Wirtschaft, wenn Unangenehmes oder Schlimmes nicht beim Namen genannt werden soll, um Kritik und Entrüstung zu vermeiden oder Unverbindlichkeit zu schaffen. Hierzu gehören beispielsweise diverse bekannte Floskeln in Bewerbungsschreiben, Begriffe wie "Betriebsumstrukturierung" (tatsächliche Folge: Entlassungen) sowie das mittlerweile eher entlarvende Wort "Kollateralschaden" in der Kriegsberichterstattung.

Ein ganzes Feld sich laufend ändernder Euphemismen ist in den vergangenen Jahren aus dem Bestreben entstanden, sich politisch korrekt auszudrücken und damit dem Selbstverständnis der bezeichneten Personen und Gruppen in ethnischer (z. B. "Sinti und Roma"), sexueller (z. B. "transgender") oder beruflicher Hinsicht (z. B. "Reinigungs(fach)kraft") gerecht zu werden.

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