Zeugma

Mit Zeugma wird die Verknüpfung semantisch nicht zusammengehöriger Satzglieder durch dasselbe Verb bezeichnet: „Er öffnete die Schachtel, danach den Mund“ (der erste Teil impliziert den Gebrauch der Hände und ein externes Objekt, im zweiten Teil geht es um eine unmittelbare, körpereigene Reaktion), „Ich heiße Heinz Erhardt und Sie willkommen“ (das erste Satzglied verwendet das Verb in seiner eigentlichen Bedeutung, im zweiten ist das Verb Teil einer idiomatischen Wendung).

Eine solche Satzkonstruktion wird oft mit dem Ziel der komischen Wirkung eingesetzt. Letztere entsteht dadurch, dass das Verb nur einmal verwendet wird, dieses aber – oft in der Kombination aus eigentlicher Aussage und einer Fügung in übertragener Bedeutung – zwei unterschiedliche Rollen hinsichtlich des Objekts spielt: „Er warf sich aufs Bett und die Schuhe weit von sich“, „Einst schenkte sie ihm ihr Herz, dann Socken zu Weihnachten“.

Die dabei entstehenden sprachlichen Bilder passen nicht zusammen und erzeugen so den komischen (Überraschungs-)Effekt, welcher umso stärker erscheint, je größer die stilistische Diskrepanz zwischen den Objekten oder den evozierten Bildern ist.

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